Die Geschichte der Akupunktur — Teil 3

Hua Tuo — Der erste Chirurg

Der bekannte Chirurg Hua Tuo ist der erste bekannte Chirurg der Welt. Er lebte 110 – 207 n. Chr. und wird heute noch als „Gott der Chirurgie“ verehrt. Seine PatientInnen betäubte er mit einer Kräutermischung (Ma Fei San), die aus Hanf und Wein bestand. Hua Tuo behandelte mit wenigen Kräutern und war bekannt dafür, dass er mit nur einer Nadel (1-Nadel-Methode), heilen konnte.

Hua Tuo, der Zeit seines Lebens ein Mediziner des Volkes blieb, gilt ebenso als Begründer des Qi Gong und des Taiji Quan. Die Berühmten Übungen, in denen die Bewegungen von Tiger, Bär, Affe, Hirsch und Kranich nachgeahmt werden, gehen auf ihn zurück.

Der Chirurg Hua Tuo

Die Systematisierung der Akupunktur ging soweit, dass man zur Zeit der Jin Dynasty in einem Werk erstmals 349 Punkte erwähnte und beschrieb, die man im Klassiker der inneren Medizin noch nicht kannte. Dieses Werk das Zhen jiu jia yi jing („Klassiker über Stechen und Brennen“ oder „Das ABC der Akupunktur und Moxibustion“) wurde ca. 259 n. Chr. von Huang Fumi verfasst und ist nach dem Huang ti nei jingder zweite wichtige Klassiker.

Huang Fumi

Im Qian jin fang („Rezepte, die tausend Goldstücke wert sind“) schreibt Sun Simiao darüber, dass ein wirklich guter Arzt Akupunktur nicht ohne Moxibustion anwendet und umgekehrt, sowie keine Kräutertherapie ohne Akupunktur ausübt.

Sein Werk besteht aus zwei Teilen, dem Qian jiu yao fang, einem Sammelwerk aller wichtigen Werke, die bis dahin geschrieben wurden, und dem Qian jiu yi fang, einer Ergänzung zum ersten Werk. Das erste Werk enthält verschiedenfarbige Karten über Meridiane und Punkte in einer dorsalen, ventralen und lateralen Ansicht. Die Ashi-Punkt und das Fingermaß werden erstmals in diesem Werk erwähnt.

Sun Simiao — König der Medizin

Dem Arzt Wang Weiyi verdankte die TCM-Welt ein großes und wichtiges Werk, sowie die ersten beidenBronzefiguren. Sein Werk Tong ren shu xue zhen jiu tu jing („Illustriertes Handbuch über Punkte für Akupunktur und Moxibustion unter Verwendung einer Bronzestatue“), das 1027 veröffentlicht wurde, setzte neue Meilensteine in der Akupunktur.

Die Bronzestatuen waren lebensgroß und sollten in der Zukunft zur Überprüfung der Schüler dienen. Zu diesem Zweck wurden die Statuen mit Bienenwachs überzogen und mit Wasser gefüllt. Stach der Prüfling die Punkte korrekt an, spritze ein Wasserstrahl aus der Bronzefigur.

Bronzefigur

1220 n. Chr. schreibt Wang Zhizhong das Zhenjiu zishengjing („Klassiker der Abhandlung mit Akupunktur und Moxibustion“). Darin fasst er das, bis dahin, bekannte Wissen über Akupunktur und Moxibustion zusammen.

Shi si jing fa hui („Erweiterung der vierzehn Meridiane“), 1341 n. Chr. von Hua Shou (Hua Boren) veröffentlicht, beschreibt den Verlauf der 12 Hauptmeridiane, sowie des Ren und Du Mai’s uns sonstige Information zu Akupunkturpunkten. 

Zhen jiu da quan („Komplettes Werk über Akupunktur und Moxibustion“) wurde von Xu Feng um 1439 verfasst. Er setzt sich in diesem Werk insbesondere mit Akupunkturpunkten des gesamten Körpers auseinander, die Bekannt sind aus der „Ode an die spirituelle Klarheit“ (ling guang fu), „Ode an tong xuan“ (tong xuan fu), „Ode an die goldene Nadel“ (jin zhen fu), oder „Ode an Xi hong“. Außerdem befasst er sich mit „dem Lied von Ma Dan-Yang’s elf Himmelssternpunkten“ (Ma danyang tian xing shi er xue ge) und ergänzte einen zwölften Punkt (Le 3) zu den 13 Geistpunkten von Sun Simiao.

Zhen jiu wen dui („Fragen und Antworten zur Akupunktur und Moxibustion“), von Wang Ji 1530 verfasst, befasst sich, wie seine Vorgänger, mit verschiedenen Themen der Akupunktur und Moxibustion. Unter anderem verfechtet er die Meinung, dass man nur alleine mit Akupunktur das Qi/yang und xue/yin nicht tonisieren kann. Akupunktur ist mehr ein Verfahren zum ausleiten, weniger zum Aufbauen. Zur Stärkung braucht man das Aroma, d.h. die Geschmäcker bzw. die Kräuter.

Die Studie über die Acht Extrameridiane Qi jing ba mai kao wurde 1578 veröffentlicht, ihr Verfasser ist kein Geringerer als Li Shizhen, der Autor des Ben cao qang mu wurde. In diesem Buch beschreibt Li den Verlauf der acht Extrameridiane, sowie die Krankheiten, die durch sie beeinflusst werden.

1601 veröffentlicht Yang Ji-Zhou das Zhen jiu da cheng („Kompendium oder großes Werk der Akupunktur und Moxibustion“). Es ist wohl nach dem Huang di nei jing das wichtigste Werk über Akupunktur und Moxibustion. Das Zhen jiu da chengist eine vollständige Sammlung der bis zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Literatur, verbunden mit den damals neuesten Erkenntnissen zur Akupunktur und Moxibustion. Es ist versehen mit zahlreichen Kommentaren und Fallbeschreibung, sowie geheim gehaltenen Behandlungsmethoden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s