Die Diversität des chinesischen Medizinsystems

Das chinesische Medizinsystem umfasst fünf Säulen, die Akupunktur, die Arzneimitteltherapie, die Diätetik, Tuina und die Bewegungstherapien Qigong & Taiji. In Europa ist insbesondere die Akupunktur seit dem 17. Jh. bekannt und wird seit ca. 100 Jahren intensiver genutzt. Das seit ca. 2000 Jahren angewandte chinesische Medizinsystem verfügt über einen klar definiertesn Wortschatz und spezielle Regeln, die eine klare Diagnosestellung und eine Vergleichbarkeit klinischer Beobachtungen ermöglichen, basierend auf einer sehr umfangreichen Medizinliteratur mit ca. 15000 erhaltenen klassischen Werken.

Das Grundkonzept der Chinesischen Medizin baut auf dem aktiven lebensenergetischen Potential eines Menschen auf, genannt „Qi“, die Grundfunktion des Lebens. Das Qi durchströmt den Körper in klar definierten energetischen Leitbahnen, die „Meridiane“. Ausgehend von der Körpermitte, werden periphere Extremitäten energetisch versorgt. Das Leitbahnsystem wird gebildet aus 12 oberflächlich verlaufenden Hauptmeridianen, die jeweils einem Organ-Funktionskreis zugeordnet und an klar definierten Orten beeinflussbar sind. Das substanzielle Komplement des Qi´s sind die „Xue“, hauptsächlich definiert als Blut, aber auch als andere nährende Körpersäfte.

Von zentraler Bedeutung sind die Funktionskreise (Zang Fu), übersetzt in Organe, die einerseits ein stofflich-räumliches und andererseits ein makro- und mikrokosmisches Entsprechungssystem umfassen. Diese umfassen hauptsächlich im Körperinneren stattfindende Prozesse.

Die fünf Hauptfunktionskreise sind:

  • Leber (Holz)
  • Herz (Feuer)
  • Milz (Erde)
  • Lunge (Metall)
  • Nieren (Wasser)

Ein chinesischer Therapeut setzt insgesamt vier Diagnoseverfahren ein, um die körperliche und energetische Situation eines/r PatientIn zu erfassen. Diese sind eine ausführliche Befragung, Riechen und Hören, eine eingehende Betrachtung, sowie Palpitation. Die Befragung umfasst wichtige Aspekte des subjektiven Befindens des/r PatientIn, wie Schlafstörungen, Hunger- und Durstempfinden, usw. Während der Befragung wird gleichzeitig der Klang der Stimme, die Atmung und der Geruch beurteilt. Weiterhin wichtig ist das generelle äußere Erscheinungsbild, sowie explizit die Betrachtung der Zunge und das Fühlen des Pulses, der in der Chinesischen Medizin ganz besondere Qualitäten aufweist.

Das primäre therapeutische Ziel ist es, disharmonische Zustände wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wobei insbesondere die fünf zuvor genannten Säulen der Chinesischen Medizin zum Einsatz kommen.

Die Akupunktur ist das wohl bekannteste Therapieverfahren, die primär den Energiefluss in unserem Körper, durch Einwirken auf definierte Punkte des Meridiansystems, beeinflusst. Darüber werden Blockaden gelöst, schädliche Einflüsse ausgeleitet, der Qi-Fluss reguliert und somit ein energetisches Gleichgewicht wiederhergestellt. Die Moxibustion ermöglicht eine punktuelle Erwärmung der Haut in speziellen Bereichen, durch glimmendes Beifußkraut (Artemisia vulgaris), um bewegende Wärme in den Körper zu leiten.

Die Arzneimitteltherapie ist in Deutschland weniger bekannt. Entsprechend der Chinesischen Diagnose wird eine individuelle Rezeptur zusammengestellt, in der Regel mit bis zu 12 chinesischen Kräutern. Hauptsächlich werden pflanzliche, aber auch mineralischen und tierische Bestandteile verwendet, die für eine gewisse Zeit ausgekocht werden. Die Quantifizierung der Einzelkräuter erfolgt nach ihrer Geschmacksrichtung, ihrem Temperaturverhalten und ihrem Funktionskreisbezug. Praktisch bewährt hat sich die individuelle und flexible Anpassungsfähigkeit einer Rezeptur, entsprechend einer Befundsänderung und der Verträglichkeit durch den Patienten. Häufig wird die Arzneimitteltherapie mit der Akupunktur kombiniert.

Die Übergänge der Kräutertherapie zur Diätetik sind fließend. Häufig wird eine Behandlung in China durch diätetische Empfehlungen unterstützt bzw. zunächst einer Behandlung mit Kräutern vorgezogen. So kann bereits die Meidung oder eine gezielte Auswahl bestimmter Nahrungsmittel auf bestimmte Funktionskreise einwirken und einen therapeutischen Erfolg zeigen.

Um mehr über diese drei therapeutischen Bereiche der Chinesischen Medizin zu erfahren, verfolgt gerne unseren Blog! 🙂

Ramona Pick

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